OTTER Team Blog

Reiseberichte

Hier findet Ihr die Reiseberichte als einzelne Beiträge.

Downloads der Berichte (PDF) und Kartenmaterial (PDF/Bitmap) immer am Ende der einzelnen Reiseberichte.

Nicht jede Reise erzeugt automatisch einen Reisebericht und eignet sich für tägliches Bloggen.

Unsere Highlights fassen wir nach möglichkeiten nachvollziehbar für leser als Erfahrungsschilderung zusammen.

Viel Spass beim Lesen und wenn Ihr mal eines unserer Ziele besucht, so würden wir uns sehr über eine persönliche Rückmeldung freuen. Einfach per E-Mail an Udo(at)OtterSky.com

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Euer OTTER-Team

Mexico die Erste:
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Fernreise WeFlyMexico 27.12.2008 – 10.01.2009, Valle de Bravo, Mexico

Download: Reisebericht in 150 dpi, ca. 4 MB: WeFlyMexico
Download: Reisebericht High RES , ca. 12 MB: WeFlyMexico High RES

Vorweg und zur Verdeutlichung: 12 Tage Fliegen, davon an drei Tagen nur 1/2 Tag geflogen (Anreise, Abreise und Baumlandungshilfestellung für einen anderen Piloten) ergeben eine Airtime von: 24,5 Stunden bei mir persönlich(Udo), Matthias hat 27:40 Stunden in der Luft verbracht und am 8. Tag den Flug von Penon nach Valle geschafft. Dabei ist zu berücksichtigen, ich bin Thermikanfänger und fliege noch keine grossen Strecken. Erfahrene Piloten gehen vor 3 h Airtime nur an „schlechten“ Tagen landen…. wobei „schlecht“ in Valle lediglich bedeutet: Basis „nur“ bei 2.800m und etwas später einsetzender Thermik.

Das Resumé ist eindeutig, wer in der unfliegbaren Zeit (heimische Gefilde) etwas thermische Airtime erfliegen möchte, der macht eine Reise nach Mexiko und nach Valle de Bravo. Im direkten Vergleich zu anderen Fluggebieten (Spanien-Algodonales, Monaco, Italien-Norma, u.a.) ist der Flugspass und die Airtime im Verhältnis zu den Reisekosten geradezu spottbillig. Nepal und Australien lasse ich außen vor, Nepal wegen der nicht vorhandenen Infrastruktur (Krankenhäuser sind zu weit entfernt) und Australien wegen der aufwendigen Anreise und mangelhafter Abwechselung, zudem ist Australien in den Wintermonaten für Thermikanfänger fast untauglich zu nennen.

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Kostenübersicht:

(100 mexikanische Peso = 5,50 € 1 US$= 0,76 € Stand 01.2009)

– Flugreise:

Mit IBERIA kommt man ab 560,- € hin und zurück, wer später bucht, muss mit bis zu 900,- € rechnen. Iberia bietet 23 kg Standardgepäck und 23 kg Sportgepäck (Golf und Angeln) an,Gleitschirme sind nicht erfasst, also GS als Golfgepäck anmelden. Als Beispiel: Tauchgepäck kostet 75,-€ pro Strecke (macht 300,- € Zuschlag bei Flug mit 1 Zwischenstop in Madrid = vermeidbar) American Airlines fliegt über Dallas/Chicago, ist die kürzere Flugzeit, preislich aber teurer, zudem man dann in USA komplett datentechnisch mit Irisscan, Gesichtsscan und 10-Fingerscan erfasst wird, Delta bietet ähnliches an. (Preisbeispiel July 2009: 631,- Ab Frankfurt mit Air France, oder Düsseldorf für 640,- mit Air France, Recherche über www.billigflieger.de)

Alternativen sind über die einschlägigen Reiseportale möglich, vergleichen und eine frühzeitige Planung sind sinnvoll.

Flugzeit 1 Stop, Hinflug ca. 14 h, Rückflug ca. 11,5 h, Zeitverschiebung -7 h,

Empfehlung: Flüge suchen über: www.billigflieger.de

– Unterbringung, Transport, Transfer Flughafen, Organisation (FlyMexico):

FlyMexico / Jeffry Hunt berechnet 895,- US$ für 8 Tage (entspricht ca. 662,- €), Transfer Airport Mexico City zwischen 60,- und 100,- US$ (von Personenanzahl abhängig), enthalten sind Unterbringung und Transporte in die Fluggebiete nebst Rückholservice.

Unterbringung in Doppelzimmern mit Gemeinschaftsdusche, Wohnzimmer, Küche und grosser Sonnenterasse mit Blick auf den See in traditioneller Art, trocken und sauber, etwas rustikal, aber wer als Flieger nach Valle reist, der legt nicht unbedingt wert auf hohen Komfort bei der Unterbringung. Auf dem Balkon kann man ein Lagerfeuerchen in einem alten Grill abbrennen, Pinien-Feuerholz kauft man bündelweise an der Strasse (40,- Peso).

Wer es dann wirklich komfortabel haben möchte, der bucht im „Meson del Viento“, DAS „Hotel am Platz“ mit Pool, Seeblick, Suiten, Restaurant und bestem Roomservice. Zimmerpreise von 150,- bis 320,- US$ pro Nacht und Nase sind einzuplanen. Transporte ins Fluggebiet und Rückholservice sind nicht enthalten, eine Fahrt per Taxi von Valle zum Startplatz Penon liegt bei 60 bis 100 Peso (Verhandlungssache).

-Verpflegung:

Frühstück bei Oma Dolores mit wechselnden Tortas (eine Art grosses Weizenbrötchen) und Abends traditionell Tacos im Ort:

Torta 15 Peso ( 0,85 €) Nescaffee 8 Peso (0,45 €), Taco 10 Peso (0,56€), drei Tacos machen mich schon richtig rundrum satt. Die Auswahl ist engeschränkt (10 Arten werden üblicherweise angeboten), aber ausreichend. Das Essen in der Taco-Alley ist nicht jedermans Sache, dennoch lecker und eben 100% mexikanisch und authentisch. Wer es noch traditioneller haben möchte, Frühstück bestehend aus Tamale(Maisteig) und Atole(sättigendes Getränk)…geschmacklich etwas speziell, aber günstig und sättigend :-), für westiche Gaumen etwas gewöhnungsbedürftig.

Restaurants sind in der mittleren bis oberen Preisklasse vorhanden, dann sind da auch mal schnell 120 bis 250 Peso zusammen (250 Peso entspricht ca. 14,- €). Und wer es edel beim Italliener haben möchte und dann Vorspeise, Hauptgericht und Nachtisch zum satt werden bestellt, der kann auch in Mexiko mehr als 30,- € für ein Abendessen loswerden. Alles eine Frage der eigenen Ansprüche und der persönlichen Vorlieben. Unser Geheimtipp: 4 Personenplatte vom Hähnchengrill zum Mitnehmen, günstig, lecker, reicht für 4 bis 6 „hungrige Mäuler“, Nachteil: die Hähnchenbude hat nur bis 19:00 auf.

Alternativen: Reiseplanung und Organisation mit „Air-Touch“ und Jochen, oder „Alas del Hombre“.

Air-Touch: Individuelle Unterbringung und angepasste Betreuung Vor-Ort anhand der eigenen Könnerstufe wird angeboten und auch in der Realität auf nette Art und Weise umgesetzt. Jochen macht seinem guten Ruf alle Ehre. :-). Prädikat: sehr empfehlenswert

Aufgrund eines Missverständnisses hatten wir angenommen, Jochen bietet zu unserem Reisetermin keine Betreuung an, daher hatten wir bei Jeffo gebucht (die falsche Information stammte aus einem einschlägigen Fliegermagazin).

Den Jahreswechsel 2009/2010 werden wir bei/mit Jochen fliegen(d) /verbringen.

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Fluggebiete:

– El Penon: Ausgehend von diesem Startplatz (2.300m n.N.) sind Streckenflüge jeder Art und Länge möglich (ab ca. 11:30 Uhr wird das Starten etwas ruppig, thermisch bedingt, ab 12:30 sind die Boen sehr stark und auch nicht ungefährlich) ab ca. 15:30/16:00 Uhr ruhige Abendthermik und damit auch für unerfahrenere Piloten angenehm zu fliegen. Der Landeplatz „Piano“ unterhalb vom Penon ist auch per Abgleiter errreichbar (wer will das schon?), in ca. 12 Minuten Flugzeit. In der starken Mittagsthermik sind alle Landeplätze entsprechend thermisch und damit ist der sichere Landeanflug etwas für erfahrenere Piloten. Ablösungen können einen nach fertiger Landeeinteilung auch mal 10m bis 15 m anhebenn… (auch wenn viele Landeplätze ausreichend Fläche und Länge bieten, manchmal ist eben etwas Kreativität gefragt, das Vernichten von Höhe im Endanflug mit angelegten Ohren ist eine gute Möglichkeit auf Unvorhergesehenes zu reagieren, der Endanflug mit angelegten Ohren kann im worst case den Hintern retten, also einfach im Hinterkopf behalten). Anfänger fliegen in den Morgenstunden, oder gegen Nachmittag ohne ruppige Thermik, aber dennoch bis zu 2,5 Stunden bei sanfter/grossflächiger Thermik und einfachen Landebedingungen. Anfahrtzeit Penon von Valle ca. 50 Minuten mit Auto (oderTaxi). Keine Startgebühr, Landegebühr kann in Penitas anfallen(25,- Peso), wenn „Don Felix“ auf mexikanische Art sich etwas dazuverdienen möchte. Felix ist nicht gerade ein netter Zeitgeselle, aber eine Cervessa (Bier) oder 25,- Peso stimmen ihn milde, ersparen wilde Diskussionen und Beschimpfungen auf Spanisch und tun uns Fliegern nicht weh. Die Jungs/Kids am Penitas packen nicht sehr ordentlich und man sollte seine Augen dabei offen halten, andernfalls ist mal ein Gurt eingeschlauft und andere böse Überraschungen sind möglich. Am Piano (Penon) und in Valle(Torre) selbst sind fachkundige junge Experten am Werke und für 10,- Peso ist der Schirm in Null-Komma-Nix sauber Zelle auf Zelle gepackt. Die Zauberworte sind: „Acordeon“ und „professional“, wobei das natürlich alle Kids behaupten. Wer mehr Trinkgeld für’s Packen geben möchte, der unterstützt damit Kinder der weniger gut gestellten Mexikaner. Die etwas älteren Jugendlichen verdienen sich mit dem Schirmpacken etwas dazu, um die eigene Ausbildung zu finanzieren. Höheres Trinkgeld = Jugendförderung auf nette Art. Selbst zu zweit könnten wir keinen Schirm in der gleichen Zeit so sauber und ordentlich packen … Wir haben immer zwei der Kids mit dem Packen beauftragt, das war nach unserem Empfinden fair und zu zweit gehts einfach besser. Ausnahme Valle Club: Tanja war mit Abstand die fachkundigste und schnellste, da haben wir auch gern ein paar Minuten auf das Packen aus ihrer Hand gewartet. Die fachkundigen Kids erkennt man daran, dass sie auch die Schirme der Tandempiloten packen dürfen.

Link paragliding365.com

– El Torre: Soaring direkt über Valle am See, Startplatz ist asphaltiert und steil, leichte Flugbedingungen zum Soaren, grosser Landeplatz am See und direkt am örtlichen Club. Die Tandemflieger weichen selten aus, also wenn es durch die Tandempiloten bedingt zu eng in der Luft wird, lieber selbstständig rechtzeitig ausweichen (auch wenn man Vorflugrecht hat). Der Tandemflugbetrieb ist meist am Wochenende stark und unter der Woche mässig bis nicht vorhanden. Fliegen am El Torre bietet sich zum Eingewöhnen an, oder wenn der Tag nicht zu lang werden soll. Thermikbegeisterte werden eher nachmittags am Penon fliegen gehen, auch wenn man dadurch erst deutlich nach Sonnenuntergang zurück in Valle ist.

Link paragliding365.com

– Alternativen: Es sind ausreichend andere Fluggebiete in der näheren Umgebung vorhanden, aber das kann sich in der Nutzbarkeit innerhalb eines Jahres auch je nach Fluggebiet auf mexikanische Art ändern (Vulkan als Beispiel: Abtragen der nutzbaren Gesteinsschichten haben die Auffahrtsstrasse auf halbem Wege wegrutschen lassen: Walk & Fly bei 30°C, hmmm…). Die ansässigen Flugschulen und Guides (FlyMexico, Air-Touch, Alas del Hombre) kennen die einzelnen Fluggebiete gut und bieten Alternativen an, wenn dieses erforderlichsein sollte oder wenn der seltene Wunsch nach Abwechslung ensteht. El Penon ist thermisch so 100% sicher, dass auch nach 14 Tagen eher keine Langeweile, selbst für erfahrene Vielflieger, auftauchen dürfte. Ausgehend von Penon als Start bieten sich vielfältige Streckenflüge an, für Anfänger bis zum Experten, von 1,5 Stunden bis zum ausgedehneten 5h-Streckentask ist alles möglich. Berge, Flachland, der Flug zum See, und..und..und. Die Grenzen werden nur durch die eigenen Fähigkeiten, etwas Ortskenntniss (kommt von fast allein) und der eigenen Ausdauer und Tagesform gesetzt.

Beim Studium der topografischen Karte (vor Antritt der Reise) plant man schon fast automatisch den Flug vom Penon nach Valle zum See als Task ein. Dabei ist dieser Flug bei entsprechender Basishöhe und etwas Ortskenntnis keine Hexerei. Start am Penon bei eingesetzter Thermik, dann die Entscheidung welcher Route man fliegen möchte (kann oder sollte) und nicht zu früh am Penon abfliegen, die Penitas und auch „The Wall“ brauchen etwas Zeit zum Aufheizen:

Route 1: Einfach und sicher, 5 km nach Penitas und zum Sacamecarte (der Sacamecate und die Penitas-Ebene liefern erst später Thermik, wer zu früh am Penon wegfliegt geht unweigerlich in Penitas landen, also sicher gehen und ca. 60 bis 90 Minuten am Penon fliegen, vor dem Sacamecate den vorgelagerten Bart an der Bergflanke auskurbeln (bitte von Lee anfliegen, bei starker Thermik schon recht ruppig, tagesweise bis 5m/s), dann den Bart auf der Spitze des Sacamecate auskurbeln (ist „sanfter“ und verläßlich), den Sprung zum St.Augustin machen, wieder am Gipfel aufdrehen, dann zu den Steps/Escalerillas und weiter zum Cerro Gordo fliegen, da noch einmal etwas Höhe tanken und dann mit 1.000m Höhe über dem See in Valle ankommen. Der Ausblick ist schlichtweg wunderschön. Ein komplette Dorfrunde fliegen, abspiralen, über Wasser rumblödeln und wingen und am Landeplatz und Clubgelände einlanden, Schirm für 10 Peso Zelle auf Zelle packen lassen, ein kühles Getränk vom Kiosk geniessen und den Tag für fröhlich erklären. Route 1 Flugzeit ca. 2 bis 3,5.

Route 2: Etwas für erfahrene und sichere Thermikpiloten mit guter Ortskenntnis: Start am Penon, bei ausreichender Startüberhöhung (ca. 500m bis 600m) rüber zum Penon del Diabolo, weiter zur Wall, Bart suchen, etwas aufdrehen, dann ab zum Crazy (da treffen drei Bärte zusammen und es kann richtig ordentlich mit über 8m/s zur Sache gehen), Flug über die Mesa (wenige gute Landemöglichkeiten, Rücktransport etwas langwierig mit Pferd, Esel, Pickup, Per Pedes, Taxi=Fehlanzeige) oder über die Antennas weiter nach Valle. Diese Route ist kürzer, jedoch nichts für Anfänger und Baumlandungen können in der Mesa auch mal in 25m Höhe enden, also entsprechende Vorbereitung mit Topo-Karte ist schon sinnvoll. Flugzeit zwischen 1,5 und 4 h, Amateufunke im Gepäck ist Pflicht.

Route 66: Nix für Piloten 🙂

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Klima:

In Valle de Bravo herrscht ein stabiles Mikroklima und in der Hauptsaison (Nov. bis Feb.) fliegt man mit Sommerhandschuhen und leichtem Overall, oberhalb von 3.000m ü.n.N. wird es auch in Mexiko frisch (intermediate Handschuhe + gefütterter Overall/Beinsack), am El Torre kann man im Speedshirt täglich ab ca. 14:00 Uhr im Seewindsystem soaren. Die Tagestemperaturen erreichen 25°C, Nachts und am Abend wird es oft kühl (bis runter auf 8°C) und dann sind eine dickere Jacke, oder ein entsprechender Pullover schon angenehm. Die Thermik setzt je nach Tagesform zwischen 10:30 und 12:00 Uhr ein und endet pünktlich gegen 17:30 Uhr. Basishöhen von 2.600m bis 4.000 m sind Normalität. Gegen Nachmittag sinken die wenigen Wolken (oder bei Blauthermik die Basis) um einige hundert Meter ab (normaler Tagesverlauf), man fliegt in Blauthermik oder unter Wolkenstrassen. Ein Frontendurchzug ist auch hier als solcher anhand der Wolkenstrukturen ekennbar, aber bis auf einige Cirren und etwas dunstiger Bedeckung ist der Durchzug der Front ohne Regen mit unserem Wetter nicht vergleichbar, auf das Fliegen hat es zumindest fast keinen Einfluss, lediglich kann die Basis etwas niederiger ausfallen, aber das war es dann auch schon.

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Fliegen:

Die beiden Routen zum See sind oben schon beschrieben, natürlich bieten sich unzählige Strecken an, geschlossenes Dreieck und/oder offene Distanz sind nach Lust und Laune kombinierbar. Der Flug zum Butterfly-Valley ist auch sehr beliebt. Oder der recht einfache Flug zum Horse-Race-Track mit Landung am Fliegerrestaurant „Javans“, hier treffen sich gegen Mittag fast ausschliesslich Piloten und Einheimische zum leckeren und preiswerten Lunch. Die Strecke ist auch für Anfänger gut zu fliegen, knappe 10 km und Landen auf dem grosszügigen Landeplatz direkt neben dem Restaurant an der Hauptstrasse. Den „Lift“ am Sacamecate mitnehmen ist jedoch Pflicht, man fliegt mit dem Wind und wenn die Entscheidung am Ende der Penitas zum Flug Richtung Horsetrack gefallen ist, dann nicht auf halbem Weg umdrehen und gegen den Wind zurück zu den Penitas fliegen, das kann äusserst knapp werden und auch in Bäumen enden. Auf dem Weg zum Horsetrack sind einige Notlandemöglichkeiten vorhanden, diese sind eng und nicht frei anfliegbar, Hochspannungsleitungen und Bäume kommen erschwerend hinzu, also Höhe tanken, zeitweiliges Saufen mit einkalkulieren und dann aufs Gas bis zum nächsten Steigen.

Was ich persönlich recht schnell lernen durfte/musste und worüber ich mir vorher zu wenig Gedanken gemacht habe, Bärte nach Möglichkeit im Lee anfliegen, andernfalls „knautscht“ es einem an ruppigen Tagen auch mal ordentlich die Tüte zusammen. Aber in Valle lernt man entweder ganz schnell sicher und gut in der Thermik zu fliegen, oder man wirft bei eigener Überforderung auch tageweise das Handtuch. Wer das erste Mal in einen 5-er Bart von Luf reinscheppert, der kann sich auch entsprechend der Schirmreaktion etwas erschrecken… 🙂 (der freie Blick über die Schirmhinterkante zum Horizont ist möglich). So ist es mir am vorgelagerten Bart des Sacamecate ergangen..hups…mit Scheppern rein in dieses bissige Ding und gleich wieder raus…mein Wing spielte dann mal kurz die Vorstellung: „Mütze / Glatze“ … ich bin dann sicherheitshalber weiter abseits geflogen … das war mir am ersten Tag noch zu wild. Nach einer Woche Fliegen in Valle reagiert man schon völlig anders: Je nach Schirmtyp wird der ganze Steuerweg voll ausgenutzt und man dreht sofort wieder von Lee ind den Bart ein, denn so ein Bart bringt Dich zwangsläufig nach oben, und da wollen doch alle hin, oder? Also, „Fly the Core“, wie die US-Piloten sagen…. Das Fussgas (Beschleuniger) ist stellenweise zu unrecht bei einigen Piloten verpönt. In Valle setzt man es automatisch und recht schnell ein, wo kein Steigen ist, da wird mit mehr Speed und dosiertem Fussgas weitergeflogen bis zum nächsten Bart, für erfahrene Thermikpiloten selbstverständlich, für weniger erfahrene ein Denkanstoss.

Wie auf den Bildern zu sehen, ausnahmsweise ging es dieses Jahr etwas „gedrängter“ über dem Start am Penon zu, kein Wunder, wenn sich 150 Comps (Wettbewerbsflieger vom Monarca) und Freiflieger tummeln. Nach dieser Erfahrung erscheint mir der Start und das Getümmel am Mont Gros(Monaco) geradezu gemütlich mit intimer Atmosphäre…

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Alternative Freizeitgestaltung:

Mexico City / Toluca / Schmetterlingstal (Monarca Mariposa) / Wandern / Wassersport (Schwimmen, Segeln, Wasserski, Jetski) / Klettern / Mountenbiking / Wasserfälle (Valle de Bravo) / Vulkan (5.600m) …u.a.

Am 6. Januar ist 3-Kings-Day mit grosser Fiesta in Temascaltepec. Die Kinder in Mexico erhalten ihre Weihnachtsgeschenke an diesem Tag. In Temas findet eine Art Jahrmarkt mit abendlichem riesigen Feuerwerk statt. Abseits stehend ist das ein ungewöhnliches Erlebnis und enstpricht keinerlei westlichen Bestimmungen und Vorstellungen eines Feuerwerks. 20m hohe Figuren aus Draht gespickt mit allerlei Feuerwerk werden nacheinander abgebrannt, Zischen, Pfeifen, Knallen, ständig wechselnde Farben und wechselnde Motive sind ein ungewohnter und schöner Anblick. Ein paar Kracher fliegen bisweilen mitten unter die Menge, daher: etwas abseits stehen…

Das bunte Treiben hat Tradition und wenn die Stiere (mit Feuerwerk gespickt) durch die Menge getragen werden, dann kann ein vereinzelter Kracher auch mal durch die geöffnete Tür in die Kirche fliegen, was für ein Gaudi *grins* , aber zugegeben, ein seltsames Gefühl, wenn einem selbst die Heulerr direkt über den Kopf fliegen, auch wenn alle umstehenden Mexikaner lachen und jubeln. Unsere Haare sind noch alle dran und wir waren live und in Farbe und in der ersten Reihe dabei, unvergesslich.

Wer mit Jeffo (FlyMexico) unterwegs ist, der „fliegt“ zur Fiesta und landet auf einem handtuchgrossen Privat-Landeplatz. Und logischerweise sind die OTTER-Twins und einige andere Piloten zur Fiesta geflogen und auf diesem „Handtuch“ gelandet. Dieser LP, auf einer Kuppe am Dorfrand gelegen, mit ein paar Bäume rechts und links zur Schneisenbildung, lässt die Landeeinteilung zum Master-Task dieses Fluges werden. Man hat nur einen einzigen Versuch, verpatzt man diesen, so geht es nur weiter runter in den Ort und damit zur sehr heiklen Landung auf Strassen/Gassen, Gebäuden, in Bäumen und Leitungen, Alternativen=NULL. Besser den ersten Versuch 100% sauber fliegerisch umsetzen. Von uns wurde dieser LP neu getauft auf „crazy last chance“. Nach erfolgreicher Landung wird man freundschaftlich vom Besitzer Hernando mit einem eiskalten Landebier einzeln und persönlich wie ein alter Bekannter begrüsst und anschließend trifft man sich im grosszügigen Garten unter Orangenbäumen zu weiteren Bierchen oder einem Orangensaft und vertreibt sich die Zeit bis zur absoluten Dunkelheit im gemütlichen Fliegergespräch. Dann im Van/Minibus runter ins Dorf fahren und damit mitten ins Getümmel. Meist von FlyMexico-Piloten/Gästen nutzbar und nichts für blutige Anfänger, dafür ist es ein einmaliges und spannendes Erlebnis. By the way, Jeff und Hernando freuen sich über jeden landenden Gleitschirmflieger und jeder wird hier nett und freundschaftlich begrüsst, die GPS Daten für den Landeplatz sind hilfreich, aber noch sinnvoller aus unserer Sicht ist eine vorherige persönliche Begehung und Begutachtung. Wer diesen Flug am 06.01.xx machen will, sollte vorher einfach mit Jeffo sprechen. Jeffo ist umgänglich und wenn aus seiner Sicht das fliegerische Können nicht dagengen spricht wird das Gespräch mit einer Einladung enden.

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Dis and That:

In der Mesa ist kein verwertbares Funknetzt für Mobiltelefone vorhanden (auch Quadband nicht), also macht ein entsprechendes Funkgerät (Amateurfunke mit etwas Leistung) Sinn, die meisten Guides und Flugschulen nutzen 145.xxx MHz und können deutsche PMR/LPD-Geräte nicht empfangen. Nach einer ungeplanten Baumlandung kann man so zumindest Hilfe herbeiholen. Ein GPS macht auch Sinn, Position durchgeben nach unfreiwilliger Aussenlandung und im Flug WP’s für wichtige Punkte setzen. In Mexiko hat das Wechselstromnetz 110V und ein Adapter (US) ist notwendig. Entsprechend ist esvorausschauend, alle elektrische Geräte vorher auf 110V-Tauglichkeit zu prüfen und eine entsprechende Verteilersteckdosenleiste im Gepäck zu haben. Insekten und insbesondere Mücken sind in Valle fast nicht zu finden, aber es gibt sie. Eine entsprechende Reiseschutz-Impfung gegen Hepatitis (A+B) ist auch sinnvoll und sollte längerfristig vor Reiseantritt eingeplant werden. Wer nicht mit Festbeleuchtung bei geöffneter Balkontürin der Dämmerung/Nacht spielt, der wird von Mückenstichen weitestgehends verschont bleiben. In der Gastronomie ist ein Trinkgeld in Höhe von 10 % üblich. Als „Gringo“ werden in Mexico nicht die blasshäutigen Menschen, sondern speziell Amerikaner bezeichnet und diesen wird nicht immer Freundlichkeit entgegen gebracht, als „Aleman“ ist man jedoch ein gern gesehener Gast.

GPS: Garminbesitzer können Teile des „Mexico GPS Atlas“ in topografischer Form nutzen, das hilft im Fluge vielleicht weniger, aber so lassen sich Schlüsselstellen als WP schon vor dem Flug setzen. Die Guides und Flugschulen geben die WP’s für die eigene Flugplanung auch gern weiter. Freie Topo-Karten findet man auch im Netz (ein wenig googeln). Das GPS kann im Fluge helfen, anhand vom errechneten Gleitwinkel zu einem Wp die richtige Entscheidung zu trffen, ist aber kein „must have“.

Praktisches: Die Gepäckwagen europäischer Flughäfen sucht man in Mexico vergebens. Die Kofferträger mit ihrer Sackkarre dürfen auch nich in den Vorbereich der Check-In-Schalter(beim Abflug) und kostenlos ist der Mann auch nicht. Anstelle eines Koffers verwenden wir ausschliesslich so genannte Trolley-Taschen, eine Art große Sporttasche mit Skaterrollen und Griff, bekommt man ab 15,-, ist ausreichend gross für das normale Gepäck und spart viel Nerven und schmerzende Schultern. Packsack, ein kleiner Rucksack fürs Handgepäck, eventuell ein Laptop und dann noch einen Koffer oder eine normale Reisetasche? Das wird spätestens in Mexico zur Tragenden Rolle.

Sportgepäck: Auch schon kurz angeschnitten, Gleitschirme sind als Sportgepäck-Art bei den Airlines nicht bekannt, oder wirklich nur vereinzelt. Die Golfer reisen mit zusätzlichen 20 bis 25kg kostenfrei fürs Sportgepäck. Für die Taucher stellt sich die Frage meist nicht, aber für „Tauchgepäck“ kann auch schnell eine zusätzliche Gebühr je geflogene Strecke anfallen(bis zu 75,-€). Einige wenige Airlines bieten Tauchgepäcktransport kostenfrei an, aber das ist auf der Strecke nach Mexico/Brasilien/Chile eher selten. Wir haben mittlerweil genähte Überzugtaschen mit entsprechendem Aufdruck einer bekannten Golfmarke. Praktischer Nutzen: Die Fragen nach der Art des Gepäcks werden am Check-In nicht gestellt, die Tragegurte vom Packsack sind geschützt und sollte es doch einmal am Ankunftsflughafen einen Schauer geben (hatten wir in Malaga) dann ist die ganze Ausrüstung nachher nicht feucht/nass.

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Organisation/Flugschulen:

FlyMexico: FlyMexico, ein Name, zwei Teile/Unternehmen, es ging 2008 deutlich durch die Presse, „Penon von FlyMexico übernomen“, so lautete die Meldung 2008. Jeffry Hunt (FlyMexico.com) ist Texaner und bietet Guiding nebst Unterbringung an und teilt sich den Namen mit Alex, einem wohlhabenden Mexikaner (Verursacher Penon Wirbel), welcher das Hotel Meson del Viento besitzt. Beide arbeiten für sich autark und existieren nebeneinander, von partnerschaftlicher Zusammenarbeit kann aus meiner Sicht keine Rede sein und das ist positiv zu werten. Jeff hatte mit dem Penon-Wirbel nichts zu tun und ist ein umgänglicher und netter Guide, Flugleherer für Gleitschirm, Drachen und Motorschirm. Ein uriger Kautz, der eben wert aufs Fliegen legt und versucht seine Gäste nach Möglichkeit oft und lange in die Luft zu bringen. An vielen Tagen geht er selber mit auf Strecke und zeigt, wo die Bärte stehen und wo man lieber wegbleiben sollte. Jeffo bieten Guiding entsprechend nur englischsprachig und auf Spanisch an, Deutsch ist verständlicherweise als Verständigungsprache nicht möglich. Man fährt mit Pottro in einem gräumigen 8-Sitzer Van in die Fluggebiete. Für Drachen ist auf dem Dach auch ausreichnd Platz. Drachenflieger können Fluggeräte auch bei Jeffo mieten (davon machen so einige Amerikaner auch gern Gebrauch). Für Flugschüler halte ich Valle für leicht ungeeignet (wer denn diese Idee haben sollte), es fehlt an vernünftigen Übungshängen, zudem mich das amerikanische Schulungs-Konzept nicht wirklich überzeugen kann. Wer das Fliegen in Valle aufgrund eines fliegenden partners erlernen mcöhte, der solte vorher ausführlich mit Jochen (Air-Touch) sprechen.

Air-Touch: Jochen Heinrichs ist ein alter Hase in Valle, zudem ist Jochen Fluglehrer und Flugschuleninhaber und kennt die Gegend und die Fluggebiete wie seine Westentasche. Jochen ist fast ausnamslos jedes Jahr für meistens 3 Monate in Valle und bietet Guiding, Unterbringung, Fortbildung, Rundreisen zum Fliegen und Organisation an. Er kennt die wohlschmeckenden Restaurants, die Hausbärte und die Fluggebiete und steht mit Rat und Tat zur Seite. Air-Touch bietet Valle de Bravo seit Jahren als Fernreise an und hat mit Ewa (je genau, DIE Ewa Wisnierska) noch etwas Besonderes hinsichtlich Streckenflugbetreuung und Weiterbildung zu bieten. bei Jochen wird auch Rücksicht auf das etwas schwächere Geschlecht bezüglich Thermikerfahrung und Flugkönnen genommen. Deutschsprachige freundliche Fluglehrer/Guides mit fundierten Ortskenntnissen sind selbstverständlich bei Air-Touch. Preisinformation (unter Vorbehalt): 14 Tage 650,-€, Unterbringung ab 15,-€/Tag in typischer Form.

Alas del Hombre: Rein mexikanische Flugschule, gut organisiert, Betreuung auf „englisch“ und spanisch, Unterbringung wird vermittelt. Alas organisiert den lokalen Wettbewerb Monarca (meist in der 3. oder 4. Januarwoche) und 2009 auch die PWC in Valle. Ein netter Haufen fligender Locals mit grossem Herz und Witz. Der Kontakt über die Webseite ist nicht immer ganz einfach und war in unserem Fall leider komplett negativ, weil keinerlei Antwort kam. Das mag aber durch den kurz bevorstehenden Monarca nebst PWC zu begründen sein? Die Jungs hatten echt viel zu organisieren. Keine Preisinfo vorhanden, sorry.

Bedingt durch die PWC fand das Monarca-Open dieses Jahr ausnahmsweise schon ab dem 03.01.2009 statt, und damit wurde es etwas gedrängter und voller über dem Launch am Penon. Fly the Gaggle Amigo, it’s fun. Mit 150 bis 170 Piloten auf engem Raum kurbeln, das ist echt abenteuerlich.

Alas hat einen kleinen Shop für Diverses rund ums Gleitschirmfliegen, nicht ganz günstig (z.B.SOL), aber vorhanden und für Krimskrams und die kleinen Dinge sehr praktisch.

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Adressen und Kontakte:

Fly Mexico Jeff Hunt: http://www.FlyMexico.com Mail: jeff@flymexico.com

Air-Touch Jochen Heinrichs http://www.air-touch.de Mail: fly@air-touch.de

Alas del Hombre: http://www.alas.com.mx

Kartenmaterial:

Topografische Karte:

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Übersicht von FlyMexico:

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Solltet Ihr noch Fragen haben, so beantworte ich diese gern per Email: Udo(at)OTTERSky.com

Reisebericht „WeFlyMexico“ als PDF-Download:

Reisebericht in 150 dpi, ca. 4 MB: WeFlyMexico

Reisebericht High RES , ca. 12 MB: WeFlyMexico High RES

Was bleibt? Na logisch, wir werden 2009/2010 wieder nach Valle reisen, dann noch weiter und noch länger fliegen und so einige Mexiko-Neulinge mitbringen, die ersten befreundeten Piloten haben schon deutliches Interesse bekundet. Valle, wir kommen wieder. Algo mas? Si claro!

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Wer einen Rechtschreibfehler findet, darf diesen behalten *smile* …

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